Die Boulevards sind die Lebensadern der Metropolen. Ihre flackernden Lichter sind das Symbol für ihr pulsierendes Herz. Nach Einbruch der Dunkelheit verwandeln die bunten Leuchtreklamen der Großstadt den Boulevard zur Bühne, bevölkert von Flaneuren und Vergnügungssuchenden. Geschäfte, Hotels, Kinos, Restaurants und Bars, die bei Nacht illuminiert werden, senden die Botschaften von Verlockungen und vom schillernden Zauberglanz der Warenwelt aus. Mit den Leuchtreklamen aus Neon sind Bilder entstanden, die den Boulevard zur Ikone urbanen Lebens gemacht haben. Doch mehr und mehr verschwinden sie, die elegant geschwungenen, mit Figuren kunstvoll verzierten oder nur aus einzelnen, klobigen Buchstaben bestehenden und von den Häuserwänden herunterleuchtenden Neon-Leuchtreklamen.
Über viele Jahre ist die Fotografin Christine Kisorsy durch nächtliche Städte gezogen - durch Berlin und andere europäische Metropolen um mit ihrer Kamera die neongrellen Beschriftungen der Häuserfassade einzufangen. Für die Kunstinstallation “neon-boulevard“ entstehen aus den einzelnen Fotos unterschiedlicher Leuchtreklamen Loops, welche die kleinen typografischen Kunstwerke aus ihrem städtischen Umfeld abstrahieren und zueinander in Beziehung setzen. Auf diese Weise entsteht eine Ikonografie des Faszinationsortes „Boulevard“. Der Boulevard der Berliner City-West ist der Kurfürstendamm. Aus Anlaß seines 125. Geburtstags wird die ehemalige Verkehrskanzel an der Strassenkreuzung Kurfürstendamm/Joachimsthaler Strasse mit der Kunstinstallation „neon boulevard“ bespielt. Die auf einer Stahlbetonstütze stehende verglaste futuristische Konstruktion der Verkehrskanzel wird so zu einer Projektionsfläche urbanen Lebens auf dem Boulevard.
neon boulevard - Fotoinstallation von Christine Kisorsy
Verkehrskanzel Kurfürstendamm Ecke Joachimstaler Strasse
14.09. - 05.10.2011, täglich von 18.00 – 02.00 Uhr
Mit freundlicher Unterstützung:
gefördert aus Mitteln des "Bezirkskulturfonds" des Regierenden Bürgermeisters von Berlin - Senatskanzlei – Kulturelle Angelegenheiten