Das Berliner S-Bahn-Museum zeigt die Ausstellung Bahnhof Zoo - Vorposten der DDR in West-Berlin.
Gefördert von der Bundestiftung Aufarbeitung zeigt das berliner S-Bahn-Museum vom 17. September bis 8. Oktober 2011 im Amerika Haus eine Ausstellung, die Einblicke in die wechselvolle Geschichte des Bahnhof Zoo zwischen 1945 und 1989 gibt. Auf mehr als 40 Tafeln werden die betrieblichen und politischen Besonderheiten ebenso dargestellt wie die Wechselwirkungen mit der Verkehrs- und Stadtentwicklung der westlichen Halbstadt.
Aus Anlass der Ausstellung erscheint im GVE-Verlag das Begleitbuch "Bahnhof Zoo Vorposten der DDR in West-Berlin".
Bahnhof Zoo Vorposten der DDR in West-Berlin
Hrsg.: Berliner S-Bahn-Museum,
erscheint im GVE-Verlag, Berlin 2011
137 Farb- und 108 sw-Abb, 96 Seiten
Preis 16,80 Euro
ISBN 978-3-89218-101-9
Die Ausstellung "Der Bahnhof Zoo - Vorposten der DDR in West-Berlin" ist vom 17. September bis 8. Oktober 2011, geöffnet. Der Eintritt ist frei.
Dienstag - Freitag 17-20 Uhr, Samstag 15-19 Uhr, Amerika Haus, Hardenbergstraße 22-24, 10623 Berlin
Die Bedeutung des Bahnhofs aus Sicht Regionalmanagement CITY WEST:
Der Bahnhof Zoologischer Garten stellt einen Identifikationspunkt ersten Ranges in der City West dar. Seine Bedeutung für die Westberliner war und ist ungebrochen. Auch wenn der Bahnhof heute seine Funktion als Fernbahnhof verloren hat, bleibt er Orientierungs- und Treffpunkt. Aktuelle bauliche Entwicklungen in seinem Umfeld unterstreichen die Notwendigkeit einer Auseinandersetzung mit dem Bahnhofsgebäude selbst und dem ihn umgebenden öffentlichen Raum als Aufenthaltsort für Stadtbewohner und Besucher. Es sind künftige Nutzungsanforderungen zu definieren und neue Konzepte zu entwickeln, um die Wirtschaftskraft der City West auszubauen und am Puls der Zeit zu bleiben.
Im Rahmen der Ausstellung stellt die Astfilm Productions gemeinsam mit dem RBB vor:
Die Geschichte der Deutschen Reichsbahn in West-Berlin. Ein Film von Burghard Ciesla, Daniel und Jürgen Ast
Preview am 23. September 2011, 18.00 - 19.00 Uhr im Amerika Haus, Hardenbergstraße 22-24, 10623 Berlin. Im Fernsehen wird der Film am 4. Oktober 2011, 20.15 Uhr im rbb gesendet.
Eine der merkwürdigsten deutsch-deutschen Geschichten ist die Geschichte der ostdeutschen Reichsbahn in West-Berlin - als der Osten durch den Westen fuhr. Im Kalten Krieg fuhren auch im Westteil der Stadt die Züge nach sozialistischem Fahrplan,die volkseigene "Deutsche Reichsbahn" der DDR, sicherte im Auftrag der Alliierten den Eisenbahnbetrieb in ganz Berlin. Tausende Beschäftigte, mehr als 300 Kilometer Schienenwege und ein Netz von Gebäuden, Anlagen gehörten zum einzigen sozialistischen Großbetrieb in West-Berlin. Mit Aktivisten, Brigaden, Parteileitung, Plan und Wettbewerb. Mit Marx und Thälmann an der Wand, mit wehenden DDR-Fahnen am 7. Oktober, dem Nationalfeiertag der DDR, auf den Westberliner S-Bahnhöfen.
Die Dokumentation zeigt, wie die Reichsbahn im Westen Berlins zu einem Faustpfand der Westmächte und einer kommunistischen Trutzburg, zu einem Zankapfel des Kalten Krieges und zu einem delikaten deutsch-deutschen Geschäft wurde. Auch das einstige Herzstück des gesamten Berliner Verkehrsnetzes, die S-Bahn, lag in Obhut des DDRVerkehrsministeriums.
Bis August 1961 fuhren Hunderttausende Westberliner Fahrgäste täglich mit ihr. Nach dem Mauerbau kam es zum Boykott; „Kein West-Geld für das Ulbrichts Stacheldraht“ hieß die Devise. So verkam S-Bahn zu einer „Geisterbahn“, ein immer größeres Verlustgeschäft für die DDR. Allmählich verwahrlosten die Bahnhöfe, wurden Strecken stillgelegt. Die S-Bahn wurde zum „Schmuddelkind“ in Westberlin. Trotzdem gab die DDR diesen besonderen „Außenposten des Sozialismus“ nicht so schnell auf, pochte immer wieder auf ihre Hoheitsrechte. Schließlich kam es zum Tabubruch im sozialistischen Betrieb, es gab Entlassungen, dann Streik. Nach jahrelangem Hin und Her erfolgte Mitte der achtziger Jahre die Übergabe der S-Bahn an die BVG West-Berlins.
Die Deutsche Reichsbahn war für die Beschäftigten jahrelang eine Art "Familienbetrieb". Für die meisten Westberliner aber war sie ein Schandfleck. Der Job bei der Reichsbahn blieb verpönt. Die Eisenbahner kamen fast alle aus Westberlin, sie galten als „Fünfte Kolonne der SED“. Interviews mit den ehemaligen Reichsbahnern, mit Senatsangestellten und Mitarbeitern des DDR-Verkehrministeriums geben Einblicke in eine abgeschlossene Welt voller 'Grenzerfahrungen' zwischen Ost und West.
„Als der Osten durch den Westen fuhr“ ist die erste Fernsehdokumentation über dieses politische, ökonomische und menschliche Kuriosum, sie erzählt ein nahezu unbeleuchtetes spannendes Kapitel Stadt- und Zeitgeschichte.
Regionalmanagement CITY WEST
Amerika Haus
Hardenbergstraße 22-24
10623 Berlin
Tel. 030 31015200
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