Hintergrund

Die 12 km lange Stadtbahn vom Schlesischen Bahnhof in den Charlottenburger Westen erschloss das wachsende Berlin für den Nah- und Fernverkehr. Ab 1875 als Viadukt konsequent in zweiter Ebene über dem Straßennetz errichtet, wurde die Strecke bereits 1882 in Betrieb genommen. Der innerstädtische Massenverkehr und die hohe Beanspruchung führten in den 1920er und 1930er Jahren zum Neubau der heute denkmalgeschützten Brücken.

Die Stadtbahn ist mit ihrem Bahnviadukt und einer Vielzahl von Unterführungen ein herausragendes stadtstrukturelles Element in der City West, welches Erscheinungsbild und Image prägt. Die Bahnbrücken sind Orientierungspunkte, die dunklen Straßenräume unter den Brücken oftmals aber auch Problemorte.

Mit dem Projekt „Perlen aus Licht – Lichtkonzept Bahnbrücken in der City West“ wertet der Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf in Kooperation mit Anrainern und privaten Unternehmern die Brückenräume unter den Bahnbrücken Bleibtreu-, Kant- und Hardenbergstraße gestalterisch und nachhaltig auf.

Die Inszenierung dieser Orte durch Licht beseitigt Angsträume, mildert die Barrierewirkung ab und verbessert das subjektive Sicherheitsgefühls in den Brückenräumen. Die interessanten Lichtkonzepte entfalten zudem eine identitätsstärkende Strahlkraft, die publikumswirksame Effekte z.B. für den Tourismus bewirkt. Mit den Perlen aus Licht werden spannende Anziehungspunkte und eine neue Qualität im öffentlichen Raum für Anwohnerinnen und Anwohner, Geschäftstreibende Berlingäste und an Baukultur Interessierte geschaffen.

Projektgenese

Die Projektziele entsprechen der im Durchführungskonzept für das Aktive Zentrum City West bzw. in den Leitlinien vorgeschlagenen Umsetzungsstrategie: Inszenierung in der City West.

Im Mai 2011 wurde ein Wettbewerbsverfahren zur Entwicklung eines Lichtkonzepts von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung ausgelobt. Ende September 2011 hatte eine Jury über die acht eingereichten Lichtentwürfe beraten und festgestellt, dass die Aufgabe eines Gesamtkonzeptes nicht lösbar war. Stattdessen wurden drei der acht Arbeiten in einem Workshopverfahren weiter entwickelt. Die Ergebnisse des Wettbewerbs liegen vor und können auf der Internetseite der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt eingesehen werden.

Es bedurfte einer langen Vorbereitungsphase, in der schwierige Fragen der technischen Umsetzung, der Finanzierung und rechtliche Aspekte geklärt wurden, und hohen Engagements aller Projektbeteiligter bis Ende September 2013 die erste Brückenillumination in Betrieb genommen werden konnte.

Das Projekt „Perlen aus Licht – Lichtkonzept Bahnbrücken in der City West“  ist eine Beispiel kooperierenden Handelns und Finanzierens. Private, lokale Unternehmen und anliegende Eigentümer bewiesen Interesse am Stadtentwicklungsprozess und setzten sich aktiv für eine qualitative Veränderung ein.

Finanzierung

Das Projekt „Perlen aus Licht – Lichtkonzept Bahnbrücken in der City West“ wird gemeinschaftlich von öffentlicher und privater Seite getragen. Während Vorbereitungs-, Planungs- und Baukosten hauptsächlich mit Mitteln des Bund-Länder-Programms „Aktive Zentren“ finanziert werden, sichern private Sponsoren und lokale Unternehmen mit ihrem Engagement die Betriebs- und Wartungskosten.

Bauherr ist das Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf. Nach Fertigstellung wechseln die Zuständigkeiten vom Ressort Ordnungsangelegenheiten und Stadtentwicklung in das Ressort Hochbau.

Die Deutsche Bahn AG unterstützt die Projektumsetzung durch Projektbegleitung, die Reinigung der Brückenkonstruktionen sowie anteilige Finanzierungen beim Taubenschutz sowie den Betriebs- und Wartungskosten. Für die Realisierung der Illumination an der Bahnbrücke Bleibtreustraße konnten zudem Fördermittel der Stiftung „Lebendige Stadt“ eingeworben werden.

Bestandteil jeder „Perle aus Licht“ ist jeweils auch die Erneuerung der öffentlichen Beleuchtung unter den Brücken. Hierfür stellt die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt eine Anteilsfinanzierung zur Verfügung.