Lichtinstallation Bahnbrücke Kantstraße

Die Lichtinstallation an der Bahnbrücke Kantstraße wurde erfolgreich Anfang Juli 2015 abgenommen und ist in Betrieb gegangen.
Die Lichtinstallation leistet einen qualifizierten Beitrag zur Stadt- und Baukultur durch die Integration von Lichtkunst im öffentlichen Raum. Die Installation inszeniert nicht nur die Brückenkonstruktion, sondern setzt einen publikumswirksamen Effekt im touristisch wichtigen Stadtraum.

Beleuchtungskonzept

Gemeinsam mit dem Berliner Künstler Hans Peter Kuhn hat ARUP  eine subtile und minimalistische Lichtinstallation gestaltet, die dieses wichtige infrastrukturelle Element des Berliner Stadtgefüges, die Bahnbrücke Kantstraße, betont. Inspiriert von der Art, wie die Straßen und die Oberflächen der Brücken das Licht aufnehmen und reflektieren und von der zeitlosen Schönheit der konstruktiven Formen, ist die künstlerische Entwurfsabsicht, die Unterseite der Brückenkonstruktionen und die konstruktiven Details ganz einfach und selbstverständlich ins Blickfeld zu rücken. Die Kassetten der Träger werden abwechselnd kalt- und warmweiß mit sanftem Licht illuminiert, wodurch sich die Installation bewusst vom Farbenrausch der benachbarten Reklame und Medienfassaden absetzt. Ein wesentliches Merkmal des Entwurfs ist die relativ geringe Helligkeit. Durch den Einsatz der linearen LED-Lichtquellen kann mit relativ niedrigen Leuchtstärken gearbeitet werden, und auch die Gesamthelligkeit wird eher als leicht gedimmt empfunden. Die relativ dunkle und matte Oberfläche der Brücke reflektiert bei geringen Lichtstärken gut, so dass selbst fein nuancierte Weißunterschiede wahrnehmbar werden. Diese Schlichtheit soll zu einer langjährigen Akzeptanz der Beleuchtung beitragen. Auch soll die ganz eigene Schönheit und Materialfarbigkeit der individuellen Brückenkonstruktion gefeiert und nicht durch den übermäßigen Gebrauch von Farbe in ihrer Erscheinung beeinträchtigt werden.  Die Geradlinigkeit und Reduktion dieses Lichtkonzepts bietet einen interessanten Kontrast zum schiefen Winkel des Brückenverlaufs.

Die kreativen Köpfe

Emily Dufner, ARUPHans Peter KuhnAlexander Rotsch, ARUPMichael Brüggenkamp, ARUP

Der Künstler Hans Peter Kuhn mit Emily Dufner, Alexander Rotsch und Michael Brüggenkamp von der ARUP Deutschland GmbH zeichnen für Konzept und Planung für die Illumination der Bahnbrücke Kantstraße verantwortlich.

Alexander Rotsch, Leader Lighting Design Deutschland bei Arup in Berlin sagt zum Entwurf:  „Leider viel zu oft wurde und wird bei der Beleuchtung von Verkehrsbauten wie Brücken und Unterführungen hauptsächlich der Fokus auf reine Funktionalität und selten auf Ästhetik gelegt. Dadurch werden diese Orte in den meisten Fällen zu unattraktiven Unorten, die von Passanten möglichst schnell durchquert, nicht beachtet und geschätzt werden und mit der Zeit dann verwahrlosen. Mit unserem minimalistischen Entwurf für die Illumination der Brücke der Kantstraße ist es gelungen, diesem Ort mit einfachen Mitteln eine eigene Identität und der Brücke selbst eine Aufwertung zu geben. Dabei stehen das Licht sowie die Wechselwirkung mit der Materialität und der räumlichen Brückenkonstruktion im Vordergrund, nicht die Leuchten selbst.“

ARUP führt auch die LPH 2-7 nach HOAI für die Licht- und Elektroplanung durch.