Die politische Entscheidung zum Umgang mit dem ruhenden Verkehr bei der Neugestaltung des Olivaer Platzes ist gefallen. Auf der 10. Öffentlichen Sitzung der Bezirksverordnetenversammlung Charlottenburg-Wilmersdorf von Berlin am 14. Juni 2012 wurden in diesem Zusammengang zwei Drucksachen behandelt.
Der Drucksache 0260/4 stimmte die BVV mehrheitlich zu. Die BVV beschloss: „Das Bezirksamt wird aufgefordert, bei der Umgestaltung des Olivaer Platzes zu einem grünen Stadtplatz mit hoher Aufenthaltsqualität den Siegerentwurf ohne Parkplätze als Grundlage der weiteren Planung zu nehmen. Auf eine Tiefgarage ist zu verzichten.“
Der Antrag (Drucksache 0219/4) „Das Bezirksamt wird aufgefordert, bei der geplanten Neugestaltung des Olivaer Platzes die Möglichkeit des Einbaus einer Tiefgarage durch private Investoren unterhalb des Platzes zu erwägen und zu prüfen. Sollte der Einbau einer Tiefgarage nicht möglich sein, so sind die Parkplätze in ihrer jetzigen Anzahl auf dem Olivaer Platz zu erhalten.“ wurde mehrheitlich abgelehnt.
Somit werden in der Planungskonkretisierung keine Stellplätze in die Neugestaltung integriert. Das Büro Rehwaldt Landschaftsarchitekten wurde vom Bezirksamt mit den weiteren Planungsschritten beauftragt und wird die Ausführungsplanung erarbeiten.
Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und das Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf haben 2011 einen landschaftsplanerischen Realisierungswettbewerb durchgeführt, bei dem 21 unterschiedliche Entwürfe eingereicht worden sind. Das Preisgericht hat unter dem Vorsitz der Landschaftsarchitektin Gabriele Pütz den Entwurf des Büros Rehwaldt Landschaftsarchitekten aus Dresden einstimmig prämiert und zur Realisierung empfohlen.
Mit dem Bau der Platzanlage soll auf Grundlage des Siegerkonzeptes das Bebauungsplanverfahren fortgesetzt. Es wird mit einer Gesamtbauzeit von zwei Jahren gerechnet. Die Baukosten betragen ca. 2,5 Mio. Euro. Mehr zum Wettbewerbsergebnis finden Sie auf der Seite der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt.
Im Oktober 2010 initiierten die Koordinatoren des Aktiven Zentrum City West in Kooperation mit dem Nationalmuseum Danzig eine Ausstellung über den Olivaer Platz und dessen Namensvetter Oliwa, einen Stadtteil von Danzig. Die Ausstellungstafeln können untenstehend betrachtet werden.
Nachdem im Jahr 2010 bereits Anforderungen an den Platzumbau in Bürgerworkshops am 11. November 2010 zum Thema "Verkehr" sowie am 1. Dezember 2010 zum Thema "Landschaftsplanerische Gestaltung" ermittelt wurden, erfolgte eine vertiefende Verkehrsuntersuchung durch ein Ingenieurbüro. Im Jahr 2011 wurde ein Wettbewerb ausgelobt, dessen Ergebnisse ab 2012 umgesetzt werden sollen.
Der "Olivaer Platz" nimmt Bezug auf das polnische Kloster Oliva in Danzig, in dem 1660 der „Frieden von Oliva“ unterzeichnet worden ist. Erstmals in Berlin erwähnt wird der Olivaer Platz 1892.
Angelegt wurde er zwischen 1907 und 1910 vom damaligen Gartenamtsleiter von Wilmersdorf, Richard Thieme, als streng symmetrischer Stadtplatz. Infolge von Kriegsschäden wurde Mitte der 1950er Jahre der östlich an den Platz grenzende Baublock aufgelöst und die Fläche zum Parkplatz umgenutzt. Nach den Plänen des Gartenbauamtsleiters Eberhard Fink wurde der Olivaer Platz 1961 neugestaltet. Bis heute prägen ihn die kleinteilige Raumbildung mit abschirmenden Hecken und Mauern, von Bäumen umstandenen Rasenfläche, Sitznischen, Beete und Platten- und Pflasterbänder. Sein heutiges Erscheinungsbild ist geprägt von einer typischen Gartengestaltung der 1960er Jahre mit Blumenbeeten, Sitzplätzen und Pergolen. Neben gärtnerischen Anlagen dominieren überaltete Plattenwege und Versiegelungen für parkende PKW das Bild der heutigen Platzanlage. Dichte Strauchpflanzungen und überalterte Klinkermauern bilden nicht einsehbare Räume. Das subjektive Sicherheitsgefühl ist dadurch beeinträchtigt. Diese Gestaltung erfüllt heute nicht die heutigen an einen Stadtplatz.
Die Akteure vor Ort haben den Anstoß für eine Neugestaltung gegeben, bei der folgende Aspekte zu klären sind:
Der Olivaer Platz befindet sich südlich des Kurfürstendamms zwischen Leibniz- und Schlüterstraße. Sein gegenwärtiges Erscheinungsbild ist geprägt von einer typischen Gartengestaltung der 1960er Jahre, die seitdem nicht wesentlich erneuert worden ist. Beispielsweise behindern Mauern mit Nischen und hohe Hecken die Einsehbarkeit des ca. 1,2 ha großen Platzes. Eine Neugestaltung ist notwendig, da die Bedürfnisse der unterschiedlichen Nutzerinnen und Nutzer nicht mehr erfüllt werden.
Die Akteure vor Ort haben den Anstoß für ein breit angelegtes Beteiligungsverfahren gegeben, an dem alle Interessierten teilnehmen können, die am Olivaer Platz wohnen, arbeiten oder ihn in anderer Form nutzen. In direkter Nähe zum Kurfürstendamm gelegen kann der Olivaer Platz auch ein attraktiver, grüner Anziehungspunkt für Touristinnen und Touristen werden.
Die Aufwertung des Platzes wird aus dem Städtebauförderprogramm „Aktive Zentren“ sowie dem „Plätzeprogramm“ finanziert.
Einladung zur 4. Bürgerveranstaltung - Vorstellung der eingereichten Entwürfe
Wettbewerbsentscheidung Olivaer Platz
Einladung zur 5. Bürgerveranstaltung - Präsentation des Siegerentwurfs
Rückblick auf die 5. Bürgerveranstaltung- Ergenisse der Themenecken
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