Scharf, schärfer, KAN Tech

»Technologische Revolutionen brauchen Zeit.«, Dr. Leonid Sverdlov, Gründer der KAN Tech GmbH

Foto: Volker Döring

Schärfer, präziser und langlebiger in der Anwendung, ernergieeffizienter und preiswerter in der Herstellung, so charakterisiert KAN Tech Geschäftsführer und Gründer Dr. Leonid Sverdlov seine Produkte. Seine chirurgischen Klingen, Rasierklingen, Industrie- und  sonstigen Messer werden mit einer Ultraschallschmiede-Schärfungstechnologie produziert und entsprechen höchsten Qualitätsanforderungen.

Zuerst werden die Klingen per Lasertechnik vermessen und dann  – im Unterschied zu herkömmlichen Schärfungsverfahren – geschmiedet anstatt geschliffen. Zwei gegenüberliegende Schmiedehämmer formen mit 20.000 Schlägen pro Sekunde das Metall im Bereich der Schneidkante. Das hat große Vorteile: Maßgebliche Schneidenverbesserung, Herstellung neuartiger Schneidprofile, energie- und kostensparende Produktion und keinen Schleifabrieb. Ein besonders wichtiger Anwendungsbereich ist die Medizin: Die mit Ultraschallschmiedetechnologie geschärften Skalpelle ermöglichen eine Heilungsbeschleunigung von bis zu 50 Prozent. KAN Tech macht richtig saubere Schnitte.

Auf die Frage, warum bei so offensichtlichen Vorteilen die Technologie erst sporadisch industrielle Anwendung findet, lächelt der promovierte Ingenieurwissenschaftler verschmitzt: „Technologische Revolutionen brauchen Zeit. Seit Jahrhunderten schärft der Mensch Messer und andere Schneidegeräte durch das Schleifen der Klinge. Die Verfahren sind technisch ausgereift und funktionieren zur Zufriedenheit.“ Bis sich Maschinenherstellerinnen und -hersteller dazu entschließen, in komplett neue Produktionsanlagen zu investieren, sind viel Überzeugungsarbeit und ein langer Atem nötig. Doch die Voraussetzungen sind gut. Die Maschinen aus dem Hause KAN Tech sind preiswerter in der Herstellung und im Betrieb als herkömmliche Anlagen. Erste industrielle Anwendungen sind erfolgreich, die Tests eines großen Herstellers verlaufen vielversprechend. KAN Tech besitzt weltweit die Patente für die neue Technologie. „In wenigen Jahren haben wir den Durchbruch geschafft, wir sind kurz vor dem großen Sprung.“

Mit seiner Freude an Innovation und seinem Enthusiasmus hat Sverdlov eine Reihe von Partnern gewonnen. Einer davon ist Norbert Geyer, Inhaber der Geyer-Gruppe Industrieholding GmbH, in dessen Unternehmensräumen Sverdlov an seinem Maschinenprototyp arbeitet. Die Nähe zur TU Berlin und zum Fraunhofer Institut für Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik ist Sverdlov enorm wichtig. Er braucht dieses kreative Umfeld und will hier auch bleiben, wenn sich die Ultraschallschärfungstechnologie durchgesetzt hat.

Dr. Michael Schäbitz
Kluge Köpfe 2011