Lass uns mal wieder knutschen

Ob Liebeskummer oder Kopfschmerzen – die Internet-Plattform Songfor hat für jeden Anlass und jede Stimmung die passende Musik

Björn Kötter und Sven Wedig (v.l.) Foto: Moritz Schmidt

Wie war das noch mit dem ersten Kuss? Das war doch mit Tom aus der Parallelklasse, auf einer Party und im Hintergrund sang Bon Jovi irgendwas von einem Rosenbett. Und als Tom dann Schluss machte, da lief doch im Radio gerade ein Lied von Radiohead. „Mit vielen Songs werden wir an ganz bestimmte Ereignisse erinnert. An den ersten Liebeskummer, einen tollen Urlaub oder an eine lustige Autofahrt“, sagt Sven Wedig. Zusammen mit Björn Kötter betreibt er die Internet-Plattform Songfor. Mit ihr wollen die Unternehmer zwei  Dinge zusammenbringen: Musik und Emotionen.

Aus mehr als 14 Millionen Songs können sich die Nutzerinnen und Nutzer dabei ihre ganz persönlichen Playlists zusammenstellen. Zum Beispiel eine Liste zum Thema Partyvorbereitung, Junggesellenabschied, Kopfschmerzen oder die besten Fußballsongs. Die Nutzerinnen und Nutzer können anschließend selbst darüber entscheiden, was mit der Playlist passiert: Man kann die Liste zum Beispiel für andere öffentlich machen oder sie kaufen und herunterladen. Ein Song kostet dabei um die 99 Cent.

Vor allem bei den 18- bis 25-Jährigen kommt die neue Musik-Plattform an. „Wir haben jeden Monat mehr als eine Million Klicks“, sagt der 36-jährige Firmengründer zufrieden. Dabei nutzen laut Statistik mehr Frauen als Männer das Angebot. Um eine möglichst große Anzahl an Songs anbieten zu können, kooperiert die Datenbank mit dem Multimedia-Verwaltungsprogramm iTunes von Apple.

Die Idee zu der Datenbank entstand 2012 bei einem Heimspiel des 1. FC Köln. „Wenn möglich, sehe ich mir jedes Heimspiel im Stadion an“, erklärt der gebürtige Kölner. Über die Domstadt am Rhein gibt es unzählige musikalische Liebesbekundungen. „Ich habe mir damals eine Art persönliche Köln-Playlist zusammengestellt“, erinnert sich der Unternehmer. So entstand die Idee zu der Plattform. Seit Mitte 2013 ist Songfor nun online. Etwa zehn Neuanmeldungen kann das Unternehmen pro Tag verzeichnen. Tendenz steigend. „Wir sind gespannt, in welche Richtung sich das Ganze weiter entwickeln wird“, sagt Björn Kötter. Eines Tages könnte daraus zum Beispiel eine Art persönliches Netzwerk werden. Auch eine Vernetzung mit dem Fernsehen ist für die beiden Unternehmer denkbar. Als Vorbild könnte dabei die Samstagabend-Sendung von RTL „Die Chartshow“ dienen.

Derzeit hat das Start-up-Unternehmen seinen Sitz am Einsteinufer in Charlottenburg, in direkter Nachbarschaft zur Universität der Künste Berlin. „Das ganze Umfeld und der Kontakt zu den Studierenden ist sehr spannend“, sagt Sven Wedig über den Standort. Hinzu kommen eine gute Verkehrsanbindung und günstige Mieten. „Das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt einfach“, erklärt der Unternehmer.

Stefanie Paul
Kluge Köpfe 2014